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24. Februar 2025

Infrastrukturen priorisieren und stärken, bevor es zu spät ist

Was eine neue Bundesregierung jetzt anpacken muss
Reichstag Berlin; © Adobestock.com/Berlin85

Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches fordert von einer neuen Bundesregierung, die dringend notwendige Stärkung der Infrastrukturen für Energie und Wasser mit hoher Priorität zu behandeln. “Vor der Wahl hatte die Notwendigkeit zur Sicherung einer klimaschonenden und bezahlbaren Energieversorgung einerseits und einer resilienten Wasserversorgung im Klimawandel andererseits eine vernachlässigte Rolle gespielt. Diese Herausforderungen dürfen nun nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden”, so Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW. Es sei nachvollziehbar, dass die politische Agenda während des Wahlkampfes verstärkt vom Tagesgeschehen geleitet wurde. Jetzt, da sich der Bundestag neu konstituiert, müssen aber auch Prioritäten neu gesetzt werden. “Es wäre fatal, wenn eine neue Bundesregierung die zukunftsfeste Ausrichtung der Infrastrukturen durch Zögern oder gar Nicht-Handeln gefährdet und damit auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität in Deutschland aufs Spiel setzt”, ergänzt Linke. 

Ohne den flächendeckenden Einsatz von Wasserstoff und Biomethan wird es keine nachhaltige, sichere und zugleich bezahlbare Energieversorgung in Deutschland geben. Die neuen Gase sind unverzichtbar für die stoffliche Nutzung in der Industrie, für schwer elektrifizierbare Energieverbräuche und zur Absicherung der Strom- und Wärmeversorgung. Hierzu muss das Angebot insbesondere an Wasserstoff erhöht und die Nachfrage angereizt werden. Einen besonderen Blick richtet der DVGW auf den Wärmemarkt und die Korrektur des Heizungsgesetzes.  

„Nach der Bundestagswahl besteht nun die Chance, den Wärmemarkt planbar für alle Beteiligten zu gestalten. Eine neue Bundesregierung trägt hier große Verantwortung, denn mehr als die Hälfte der Endenergie in Deutschland wird für das Beheizen von Gebäuden sowie für Wärme und Kälte für Gewerbe und Industrie genutzt“, so die Erwartung des DVGW-Chefs.   

Auch die Weiterentwicklung der Verteilnetzinfrastruktur muss mit Priorität erfolgen. Dazu ist es notwendig, 

  1. die Kosten für die Herstellung der H2-Readiness der Verteilnetze regulatorisch anzuerkennen
  2. das EU-Gasbinnenmarktpaket umzusetzen
  3. den Zubau von Wasserstoffspeichern zeitgleich zum Netzausbau anzureizen, um einen versorgungstechnischen Flaschenhals zu vermeiden. 

Trinkwasser

Auch wenn die Versorgung mit Trinkwasser in Deutschland sicher und zuverlässig ist, bedarf es mit Blick auf die klimatischen Entwicklungen des konsequenten Handelns, um Resilienz zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies 

  1. die eindeutige Festschreibung des Vorrangs der öffentlichen Trinkwasserversorgung im Wasserhaushaltsgesetz vor anderen Nutzungen
  2. die Entbürokratisierung und Beschleunigung von infrastrukturellen Genehmigungsverfahren  
  3. das Zur-Verantwortung-Ziehen der Hersteller für Schadeinträge in die Wasserressourcen. 

Die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Trinkwasser wird in Zeiten des Klimawandels zum entscheidenden Faktor. “Schon jetzt sind Versorgungsunternehmen mit erheblichen Mehraufwendungen konfrontiert, um jederzeit und überall eine ausreichende Versorgung für Mensch und Wirtschaft zu gewährleisten. Dieser Aufwand wird zukünftig durch die voranschreitende, ungleiche Verteilung der Ressource Wasser sowie durch klimawandelbedingte Extremwetter steigen”, sagt Dr. Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW. Dem müsse auch politisch Rechnung getragen werden. 

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